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Schwimmtraining im See

Triathleten müssen es, andere wollen es, und einige möchten auf keinen Fall: Die Rede ist vom Freiwasserschwimmen in Seen, Flüssen oder im Meer. Dabei gibt es keinen Grund zur Panik, wenn du dich vorbereitest und einige Regeln beachtest.

Kopfsachen: Kälte und Orientierung

Der springende Punkt, die Wassertemperatur

Ein See hat keine Heizung, so wie ein Schwimmbecken. Selbst Freibäder pumpen am kühlen Morgen konstant warmes Wasser ins Becken, damit du in deiner Schwimmkleidung nicht frierst. Im offenen Wasser sieht die Sache etwas anders aus, die Temperatur ist sehr durchwachsen und das Gewässer braucht eine Weile, bis es sich aufgewärmt hat. Es kann auch vorkommen, dass du mit den Füßen in einer viel kälteren Schicht landest, wenn du auf der Stelle paddelst. Aber keine Panik, das ist kein Monsterfisch, der gerade sein Maul aufklappt ;)

Eine durchaus reale Gefahr ist aber eine Unterkühlung. Als Faustregel sagt man, du kannst so viele Minuten im Wasser bleiben, wie das Wasser Temperatur in Grad hat. Im Frühsommer wären das 20 Minuten bei 20 Grad Wassertemperatur.  Die individuelle Empfindlichkeit spielt dabei aber eine große Rolle. Meine Füße frieren zum Beispiel extrem schnell, sodass ich bis 18 Grad Wassertemperatur noch Neoprensocken trage.

Die Sicht, oder auch: Wo bin ich?

Wenn du nicht gerade mit einem glasklaren Bergsee in deiner Umgebung gesegnet bist, wird es unter Wasser für dich etwa so aussehen:

Schwimmen lernen im See

Auch kurz über der Wasseroberfläche, möglicherweise mit Sonne von vorn, fällt die Orientierung am Anfang etwas schwer. Nutze markante Punkte wie freistehende Bäume, Gebäude oder Strände, die sich von der Umgebung abheben und auch mit leicht beschlagener Brille auf einige Hundert Meter auszumachen sind. Zu empfehlen ist eine verspiegelte Brille, die einen Teil der Wasserreflexionen dämpft und dir bessere Sicht verschafft.

Ausrüstung fürs Freiwasserschwimmen

Grüße vom See

Der Neoprenanzug – vielseitiges Hilfsmittel

Ein sogenannter Kälteschutzanzug aus Neopren bietet sich an, wenn du im kälteren Wasser schwimmst oder länger trainieren möchtest. Zwischen deinen Körper und das eng anliegende Material passt nur eine dünne Schicht Wasser, die du beim Bewegen erwärmst, fast wie eine Thermoskanne.

Außerdem erhöht der Anzug deinen Auftrieb und deine Gleitfähigkeit. Damit liegst du besser im Wasser und kommst schneller voran. Und wenn du erschöpft bist, kannst du dich einfach auf den Rücken drehen und treiben lassen.

Ein Anzug für Einsteiger muss nicht teuer sein. Wenn du erstmal ins Freiwasserschwimmen hineinschnuppern willst, sind Modelle für 100 bis 200 € vollkommen ausreichend.

Bei Temperaturen unter 15 Grad empfehle ich für das richtige Schwimmen zusätzlich noch Socken, Handschuhe und eine Kopfhaube aus Neopren. Je kälter das Wasser, desto schneller werden die Gliedmaßen kalt und der Kopf kühlt aus. Und glaub mir, du willst nicht mitten auf dem See feststellen, dass deine Hände taub geworden sind.

Eine Schwimmboje für bessere Sichtbarkeit

Wenn du nicht in einem idyllischen Waldsee wie zum Beispiel der Krummen Lanke schwimmen kannst, solltest du über eine Schwimmboje nachdenken. Das ist ein aufblasbarer Beutel, der auch als Packsack für Kleidung und Wertgegenstände dienen kann. Du ziehst die Boje an einem Hüftgurt hinter dir her, musst aber kein Zusatzgewicht bewegen.

Die Bojen werden in Signalfarben gefertigt, zum Beispiel Pink, Orange oder Neongrün. So bist du für andere „Verkehrsteilnehmer“ auf dem Wasser gut sichtbar. Wenn sich SUPs, Kajakfahrer, Ruder-, Motor- und Segelboote in deinem Gewässer bewegen, solltest du auf jeden Fall gesehen werden. Das geht mit so einer Boje viel besser als mit einer kleinen Badekappe, die immer zur Hälfte im Wasser versteckt ist.

Sicherheit geht vor

Außerdem hat die Boje zwei weitere Funktionen: Sie schützt dich, wenn du mitten auf dem Wasser einen Krampf hast oder Wasser verschluckst und eine Panikattacke bekommst. Dann kannst du dich einfach wie ein Fischotter an deine leuchtende Boje hängen und wieder zur Ruhe kommen. Auch die Rettungskräfte freuen sich, wenn sie Schwimmer mit diesen Bojen sehen. Meistens ist das eine Sorge weniger, weil sie nicht ständig in die Ferne peilen und Kinder am Ufer im Auge behalten müssen.

Zu guter Letzt sind in der  Schwimmboje auch deine Habseligkeiten sicher. Smartphone, Schlüssel, Geldbeutel, nichts muss mehr am Ufer zurückbleiben. Sogar deine Kleidung und ein Handtuch passen in manche Modelle, falls du mal eine Reise von einem Ufer ans andere unternehmen willst.

Wenn ich selbst mit Klienten eine Schwimmtrainingseinheit im Freiwasser mache, ist die Schwimmboje daher immer mit dabei.

Im Freiwasser bist du nie allein

Der Monsterwels vom Schlachtensee

Zum Abschluss noch ein kleiner Exkurs zum Thema Seemonster und andere Dinge, die beim Freiwasserschwimmen gern mal in den Kopf spuken.

Raubfische halten sich in der Regel in Bodennähe oder in Sprungschichten auf und sind meist dämmerungsaktiv. Sie haben es auf Fische abgesehen, nicht auf Menschen, die doppelt so lang sind wie sie selbst. Mit einem Neoprenanzug stinkst du für die Tiere zudem nach Gummi, das mögen sie gar nicht. Und bei dem Krach, den ein Schwimmer im Wasser veranstaltet, sind die wirklichen Räuber längst über alle Berge, bevor du auch nur auf einen Kilometer herangeschwommen bist.

Ein schöner Nebeneffekt ist allerdings, dass Wasservögel sehr zutraulich werden, wenn nur noch dein kleiner Kopf aus dem Wasser ragt. So konnte ich letzten Sommer eine Bläßhuhnfamilie aus nächster Nähe betrachten.

Entspannung pur – Meditation in Bewegung

Und genau darum geht es eigentlich im offenen Gewässer. Abschalten, genießen und Spaß an der Natur haben. Kein Gerangel auf der Bahn, kein Hetzen nach Abgangszeiten – einfach nur einen Arm vor den anderen und immer der Sonne entgegen. So entspannt kann Schwimmen sein.

Im See schwimmen

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